Endlich war es soweit. Alle Koffer gepackt und es konnte losgehen. Ich würde ein Jahr im Ausland leben. Da, wo ich immer schon hin wollte, seitdem ich klein bin und jetzt war der Augenblick gekommen. Der Augenblick, auf den ich mein Leben lang gewartet habe. Ich werde ein Jahr durch den Kontinent reisen und ein work and travel machen. Ich lud alle Koffer in das Auto und war schon ganz hibbelig vor Aufregung. ,,Hast du auch wirklich alles eingepackt?", fragte meine Mutter mich bestimmt zum fünften Mal. ,,Ja Mama! Ich bin die Packliste mindestens 100 mal durchgegangen", erwiderte ich, ,,Wo bleibt Papa denn?!" ,,Der wird sicher gleich kommen. Setz dich doch schon ins Auto!", rief meine Mutter aus dem Haus. Als Papa es endlich geschafft hatte, sich auch mal Jacke und Schuhe anzuziehen, ging es auch schon los Richtung Flughafen. Und je näher wir dem Flughafen kamen, desto mehr verwandelte sich meine Aufregung in ein mulmiges Gefühl. Erst jetzt wurde mir klar was das alles bedeutete. Ich würde meine Eltern ein Jahr lang nicht sehen, ohne sie Weihnachten feiern und an meinem Geburtstag wären sie auch nicht da. Schnell schob ich diesen Gedanken zur Seite. Am Flughafen angekommen, brachte ich meinen Koffer weg und machte das, was man eben so machen muss, wenn man wegfliegt. Ich hatte jetzt noch eine Stunde bis zum boarding, diese verbrachte ich natürlich mit meinen Eltern. Doch die verging dieses Mal schneller als sonst, wenn wir mal in den Urlaub geflogen sind. Und jetzt hieß es Abschied nehmen. Ich umarmte meine Eltern, lange und natürlich konnte ich meine Tränen nicht aufhalten. Auch meine Eltern hatten Tränen in den Augen. Langsam löste ich mich aus der Umarmung und ging zum boarding Bereich. Auf dem Weg drehte ich mich noch einmal um und winkte meinen Eltern zu. Im boarding Bereich angekommen, setzte ich mich auf einen freien Platz und wartete noch auf jemanden, denn es waren noch ein paar Minuten bis zum eigentlichen boarding. Ich würde nämlich nicht alleine fliegen, nein. Sophie kommt auch mit! Ich hab sie damals über Instagram kennen gelernt. Ich drehte den Kopf und da war sie auch schon. Sophie verabschiedete sich gerade von ihrer Familie und schließlich kam sie zu mir in den boarding Bereich. Auch sie hatte geweint. Ich stand von meinem Platz auf und wir umarmten uns. Noch fünf Minuten bis zum boarding. Wir erzählten uns gegenseitig, wie der Abschied für uns war und was für ein Gefühl wir jetzt haben. Schließlich hieß es boarding time! Ich werde jetzt wirklich in diesen Flieger steigen und 16.500km von zuhause wegfliegen? Schließlich fanden Sophie und ich uns auf unseren Plätzen im Flugzeug wieder und es dauerte gar nicht lange, bis das Flugzeug auf die Startbahn rollte und abhob. Jetzt hatten wir 24 Stunden Flug vor uns... Ich hab noch gar nicht erzählt wer Sophie ist und warum gerade sie mitkommt. Also wie schon gesagt, haben wir uns über Instagram kennengelernt. Wir kennen und schon seitdem ich 11 bin. Und warum kommt dann gerade sie mit und nicht eine meiner Freundinnen? Ganz einfach. Sophie liebt das Land mindestens genau so wie ich. Ach ja, ich hab auch noch gar nicht erzählt, wo es hingeht, vielleicht konnten es sich einige schon denken. Es geht nach Australien! Ich liebe Australien, auch wenn ich noch nie da war! Und da Sophie und ich beide keinen hatten, der mit uns ein work an travel machen würde, haben wir das einfach zusammen gemacht. Nach ungefähr 24 Stunden Flug landeten wir in Sydney. Eine WUNDERSCHÖNE Stadt. Australien war damals im Englisch Unterrichtet mein Lieblings Thema und alle Bilder, die ich gesehen hatte waren so WOW. Jetzt konnte das Abenteuer beginnen.
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Sophie und ich waren jetzt schon drei Monate in Australien und waren schon in New South Wales/ Sydney, Victoria/ Melbourne und South Australia/ Adelaide. Doch bald wird es durch ganz Wetern Australia gehen. Zuerst nach Perth. Doch danach ins Outback und auf die richtigen Kängurufarmen und zum rabbit proof fence. Wir haben schon so viel gesehen und doch so wenig. Zum Beispiel den Uluru, auch"Ayes Rock" genannt oder die Oper von Sydney. In Canberra, der Hauptstadt waren wir noch nicht und das Great Barrier Reef müssen wir noch unbedingt sehen. In den letzten Monat unserer Reise wird es noch nach Neuseeland gehen.

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Gerade sind wir in Western Australia und es ist wirklich schön hier auf den Känguru farmen zu arbeiten. Man hatte zwar echt viel zu tun, aber es war eine andere Art des arbeitens. Ein schönes Gefühl von Freiheit. Sophie und ich waren glücklich hier. Heute hatten wir frei und wir wollten die Gegend erkunden. Zuerst ans Meer. Sophie wollte im Meer schwimmen gehen. Also verweilten wir ein paar Stunden am Strand und später fuhren wir ins Outback. Die Woche darauf fuhren wir am Wochenende Wasserski und Kite surfing, also versuchten es zumindest. Man kann nicht sagen, dass es jemals langweilig wird. Manchmal wollten die Kängurus nicht so, wie wir wollten und die sind ganz schön schnell, einfangen ging da nicht. Da half nur austricksen. Was nicht so schön war, wenn ein totes Känguru auf der Wiese lag.. Wir mussten dieses dann auf eine Schippkarre laden und weg fahren. 1. War das eine Höllenarbeit, weil die auch nicht so leicht sind und 2. war der Anblick auch nicht gerade schön, aber sowas gehört halt dazu. Die Ausflüge waren sowieso immer abenteuerlich.
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In einem Monat war Weihnachten und wir reisten weiter nach Paynesville. Sophie wollte unbedingt hin und klar warum nicht, verbringen wir Weihnachten in Paynesville. Diese Weihnacht wird ganz anders. Allein aus dem Grund schon, dass es an Weihnachten in Australien immernoch warm ist, um die 20-25°C. Hier liegt kein Schnee. Das Fest werden Sophie und ich dieses Jahr alleine ohne Familie, aber zusammen verbringen. Endlich war es soweit, Weihnachten stand vor der Tür. Ich hatte alle Geschenke besorgt. Naja, ich brauchte ja auch nur eins. Sophie und ich hatten ausgemacht, dass wir uns doch was schenken, damit Weihnachten einfach nicht so traurig ist. Und jetzt ratet mal, was ich von Sophie bekommen habe? Eine Fahrt auf Raymond Island! Was mich da erwartet, wollte sie mir auch noch nicht erzählen, aber am 15.01 geht's los, die Fähre fährt um 11 Uhr, soviel weiß ich.
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Eine weitere Woche verging, dann war Silvester. Wir gingen zu einer öffentlichen Party, wo es um Mitternacht ein riesen Feuerwerk geben soll, viel besser als einfach zuhause zu sitzen. Einige Minuten, bevor es losging, setzten Sophie und ich uns auf einen der großen Steine am Strand. Von dort aus werden wir eine perfekte sich haben. So ein Feuerwerk, wie an diesem Abend, hab ich in meinem Leben noch nicht gesehen. Es war riesig und Minuten lang! Für einen Moment, vergaß ich alles und schaute nur zu den bunten Lichtern am Himmel.
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Heute war es soweit, es ging auf Raymond Island. Sophie und ich saßen schon auf der Fähre. Wir hatten noch fünf Minuten bis zur Abfahrt. Auch die ganze Fahrt würde nicht lange dauern, da die Insel gerade mal 200 Meter vom Festland entfernt ist. Auf der Insel angekommen, gingen wir herum. Noch immer wusste ich nicht, was genau wir machen oder was es hier zu sehen gibt. "Malin, komm!", rief Sophie zu mir rüber, die schon einige Meter von mir entfernt stand. Ich lief ihr schnell hinterher. Auf einmal tauchten Koala Köpfe auf, die auf die Straße als Wegweiser gemalt wurden. ,,KOALAS!", schrie ich euphorisch! ,,Ja wir müssen nur den niedlichen Köpfen folgen und schon sind wir auf dem richtigen Weg!", entgegnete mir Sophie. Der Koala Trail startet im Park gleich gegenüber von der Fähre. ,,Och man sag doch, welchen Weg? Was machen wir?" Sie schwieg nur. War das ihr ernst? MAN! Doch dann sagte sie: ,,Malin schau mal nach oben!" Ich ließ meinen Blick nach oben schweifen und traute meinen Augen kaum. ,,Wie süüüß! Ein Ko.. Koa.. ", sagte ich doch Sophie Schnitt mit das Wort ab und legte einen Arm um meine Schulter: ,,Ja genau, ein Koala! Und jetzt guck doch nicht so, sonst fallen dir deine Augen noch raus!" Sie musste lachen. ,,Omg ich liebe dich!", sagte ich und fiel ihr um den Hals. ,,Ich dich auch Malin, ich dich auch!" Wir hatten auf dieser Reise noch kein einziges Mal einen Koala gesehen und auf dieser kleinen Insel gab es 130. Ein wares Paradies für mich, als Koala Liebhaberin. Ich hatte mich schon fast damit abgefunden, dass ich keine Koalas mehr sehen würde. Eigentlich hätte ich es ja auch schon ahnen müssen, als ich die Koala Köpfe auf dem Boden gesehen habe. Im Park findet man eine Informationstafel mit einer Übersicht und Karte zum Koala Trail. Der gesamte Weg ist etwa 1.2 km lang und in 20 Minuten zu schaffen. Wir haben natürlich mehr als mehr als zwei Stunde gebraucht, weil wir bereits in den ersten fünf Minuten mehrere Koalas entdeckt haben und die sind einfach süß! Und wisst ihr warum Koalas meine Lieblingstiere sind? Weil sie genau so gerne schlafen, wie ich!

(geschrieben: 25. Dezember 2016)
Dieser Text war ein kleines Weihnachtsgeschenk für meine Ibf <3