Menschen sind wie Bücher. Von innen größer als von außen. Hinter jedem Einband, und mag er auch noch so unscheinbar sein, verbergen sich ganze Welten. Abenteuer und Ungeheuer. Kindheit und Verwundbarkeit. Komödien und Tragödien.

Menschen sind wie Bücher. Manche Seiten von ihnen sind unleserlich, unansehnlich, überschrieben, durchgestrichen, verfärbt, befleckt, zerknittert, zerknüllt, zerrissen. Manche Seiten von ihnen sind schwer zu verstehen.

Menschen sind wie Bücher. Sie haben Subtext. Es gibt Dinge, die bei oberflächlicher Betrachtung unsichtbar sind, aber auch Passagen, die nie geschrieben worden sind. Ideen, die nie umgesetzt, Sehnsüchte, die nie gestillt, und Träume, die nie gelebt worden sind.

Menschen sind wie Bücher. Jedoch werden wir sie niemals gänzlich durchlesen können. Manche von ihnen schlagen wir immer wieder auf, doch lesen sie nie. Manche überfliegen wir bloß und legen sie dann wieder weg. Bei manchen haben wir Glück und begleiten sie ein ganzes Kapitel lang.

Menschen sind wie Bücher. Uns wird nicht immer gefallen was Umwelt, Anlage und Selbststeuerung auf ihre Seiten geschrieben haben. Aber es ist auch nicht der Zweck von Büchern allen zu gefallen. Ihr Zweck ist es eine Geschichte zu erzählen.