Wer bin ich?
Mir wurde gesagt, ich soll das machen, was mich glücklich macht und das einzige was mich glücklich macht, ist schreiben. Also here we go.

Wer bin ich? Wie oft hab ich mir diese Frage schon gestellt? Ich weiß es nicht, es war zu oft, um mitzuzählen. Ich weiß nur, dass ich mir diese Frage in letzter Zeit immer häufiger stelle. Aber eine Antwort habe ich nie wirklich gefunden, so versuche ich es zu beschreiben.

Ich bin 17 Jahre alt und mental komplett am Ende. Ich weiß einfach nichts mit mir anzufangen, jetzt da ich die einzige Sache aufgegeben hab die meinem Leben einen Sinn gegeben hat. Und warum hab ich das gemacht? Weil ich dumm bin. Es gibt keinen Tag, an dem ich meine Entscheidung nicht bereue. Aber ich kann nicht zurück, denn spätestens nach einem halben Jahr könnte man mich dann einliefern, weil ich dann ein noch schlimmeres Wesen wäre als jetzt. Ich bin einfach nur eine leere Hülle, die nur jeden Tag aufsteht, weil sie Arbeiten muss, sonst würde ich den ganzen Tag im abgedunkelten Zimmer sitzen, Musik hören und ab und zu mal in Tränen ausbrechen. Im Prinzip bin ich ein Geist, den man sehen kann. Ein Geist, der nie rauchen wollte, oder sich ritzen und jetzt steh ich kurz davor beides zu tun. Ich hab gestern meine erste Kippe geraucht und obwohl es widerlich geschmeckt hat, hat irgendwie es auch geholfen. Doch dann kamen die Tränen wieder, weil mir klar geworden ist, dass ich alle, einschließlich mich, enttäuscht hab. Alles was ich mir vorgenommen habe, nie im Leben zu machen, habe ich gemacht oder bin eben kurz davor. Ich hasse mich selbst dafür, was aus mir geworden ist. Ich weiß nicht, wie oft ich am Tag meine Tränen zurück halte, einfach aus dem Grund, dass ich niemand erklären könnte warum ich weine. Früher dachte ich immer, wer weint und Suizid begeht ist schwach. Heute weiß ich, wer weint ist nicht schwach, sondern er kann nur nicht länger stark sein und braucht eine Pause. Und wer Suizid begeht, ist verdammt mutig. Wie oft saß ich schon am Rande des Daches von einem hohem Haus und dachte mir ‘Nur einmal ein Stück zu weit nach vorn lehnen und alles wäre vorbei.’ Doch dann kamen die Gedanken an die Familie und Freunde, dann steht man auf, geht wieder nach unten setzt ein Lächeln auf, dass die anderen nicht merken wie es einem geht und macht einfach weiter.
Jeden Tag das gleiche Spiel: Aufstehen, zur Arbeit gehen, Tränen zurückhalten und die Gedanken nicht die Überhand gewinnen lassen, nur um alles am Wochenende, nachts, wenn man allein ist, alles rauszulassen. Ich weiß, ich sollte zum Arzt gehen, aber ich hab Angst…

Und jetzt erneut die Frage. Wer bin ich? Ein normales Mädchen? Schon lange nicht mehr. Eine psychisch Kranke? Noch nicht ganz.