Das Land von Feuer und Eis, von Elfen und Trollen. Island hatte auf mich schon immer eine magische Anziehungskraft. Nach dem Abitur war es dann endlich soweit und die Reise auf die kleine Insel konnte beginnen. Für die Inselumrundung welche ich mit meiner Begleitung angestrebt hatte, haben wir einen Wagen gemietet. Das kann ich euch nur empfehlen, da man auf diese Weise seinen Tag selbstständiger planen und nach Belieben von der Route abweichen kann. Außerdem ist die Fahrt, welche bei unserer Reise bis zu fünf Stunden am Tag betrug, auch eine Art Sightseeing da man an wunderschönen Orten vorbeifährt. Diese sieht man meiner Meinung nach aus dem Autofenster einfach besser als aus dem Bus. Den erhöhten Comfort den ein eigenes Auto auf einer solchen Reise bietet, brauche ich wohl nicht zu erwähnen. Dann konnte es auch schon losgehen. Die Rundreise begann in Reykjavik. Die Stadt bietet ihren ganz eigenen Charme. Von kleinen Fischrestaurants hin zu hohen Glaswolkenkratzern - in Reykjavik findet jeder ein Örtchen zum Wohlfühlen. Die jungen Isländer erlebte ich als durch und durch hippe Gestalten. Der Kleidungsstil erinnert an die 90´er Jahre. Weite Pullover, Samtstiefel. Es passt zu dieser Stadt. Auch die Shoppingmeile erinnert kein Bisschen an Deutschland. Statt namhafter Marken reihen sich hier Bars und Secondhandshops aneinander. Beide begrüßen die Shopper schon von weitem mit schriller Musik meist aus den 70´ern und 80´er Jahren. Man fühlt sich in eine ganz andere Zeit zurückversetzt. Essenstechnisch kann ich das Hummerrestaurant Verbud Lobster zumindest den Fischliebhabern sehr ans Herz legen. Es liegt direkt am Hafen ist aber leider etwas teurer. Wie wir in den folgenden Tagen aber noch merken sollten ist das in ganz Island so. Spartipp: Statt Essen zu gehen lieber im Supermarkt einkaufen und selbst kochen oder sich schnell ein Brötchen belegen. Die Preise im Markt sind zwar immer noch erheblich teurer als in Deutschland, verglichen mit den Restaurants aber ein wahres Schnäppchenparadies.
Am zweiten Tag führte uns unsere Route zu den berühmten Wasserfällen Hraunfossar und Barnafoss. Um den letzten, den "Kinderwasserfall" rankt sich eine Sage um zwei Geschwister die im Wasserfall ums Leben gekommen sein sollen - woraufhin die Mutter die Brücke zum Wasserfall abreißen ließ. Auf dem Weg zu den Attraktionen kamen wir außerdem an einem Trollpfad vorbei. Eigentlich für Kinder angelegt schaffte es der Pfad mit seinen Sagen auch mich zu verzaubern. Mittags gelangten wir dann auf die Halbinsel Snaefellsness. Ein Abstecher in das kleine Fischerdorf Arnastapi lohnt sich dabei besonders! Dort gibt es nicht nur einen Stand mit leckeren (und günstigen) Fish and Chips Angeboten, sondern auch einen sagenhaft schönen Ausblick auf das Meer.
Tag drei führte uns vorbei am längsten Fjord Islands. Der Meeresarm trägt den Namen Eyafjördur. Tageshighlight: Am Strand entlang reiten auf einem waschechten Islandpferd. Ich reite schon von klein auf, daher war der Ausritt für mich ein absolutes Muss. Da die Ausflüge aber meistens auch für Anfänger angeboten werden, ist es eine Empfehlung auch für nicht eingefleischte Pferdefans. Auf dem Pferderücken nimmt man die Umgebung gleich nochmal ganz anders wahr.
Am nächsten Tag ging es nach Akureyri und von dort zum "Götterwasserfall" Godafoss. Trotz unserer Reisezeit, welche in der Hauptsaison lag, war der Ort nicht zu überlaufen. Wer trittsicher ist, hat dabei auch die Chance ganz oben am Abgrund zu stehen. Ein völlig anderes Feeling, vor allem da Isländer die in Deutschland so beliebten Warnschilder und Absperrungen nur bedingt zu kennen scheinen. Mittags führte uns unsere Reise in das Gebiet des Myvatnsees. Hier trafen wir auf eine völlig veränderte Landschaft. Inmitten einer rotgelben Wüste befanden sich blubbernde Schlammtöpfe und schäumende Schwefelquellen. Spartipp: Ein Besuch im Naturbad Jardbödin. Dieses bietet mit seinem hellblauen Wasser und der Aussicht auf den Myvatnsee den gleichen Wow-Faktor wie die berühmte blaue Lagune in Reykjavik. Ist aber um einiges billiger und die Aufenthaltsdauer ist unbegrenzt. Nachtschwärmer können sich bis Mitternacht in den verschieden warmen Gewässern aufhalten.
An Tag fünf zog es uns nach Husavik. Ein etwas größeres Fischerdorf mit einem ganz besonderen Flair und meine absolute Lieblingsstadt in Island. Hier nahmen wir an einer "ecofriendly Whale Watching Tour" teil. Glücklicherweise herrschte gutes Wetter und so konnten wir zahlreiche Buckel- und Zwergwale entdecken. Mittags ging es dann zum mächtigen Dettifoss. Hier gab es tatsächlich einige wenige Warnschilder - was die meisten allerdings nicht davon abhielt bis ganz vorne an den 70 Meter hohen Wasserfall heranzutreten.
Vorbei an verschiedenen kleinen mehr oder weniger sehenswerten Fischerdörfchen ging es dann in den nächsten zwei Tagen zum Gletscher Vatnajökull. Etwas derartiges hatte ich bis dahin noch nicht gesehen. In der Gletscherlagune Jökulsarlon wimmelte es nur so von Robben, die sich ihren Weg durch die riesigen weißen bis hellblauen Eisblöcke bahnten. Und das Mitten im August! Im Skaftafell Nationalpark wanderten wir zu einem weiteren Gletscher.
Tag acht führte uns schließlich nach Vik. Die schwarzen Lavastrände waren zwar weitläufiger, den tiefschwarzen Strand findet man aber in ganz Island in dieser Form vor. Ein Abstecher auf den Vogelfelsen ist aber sehr lohnenswert. Für die steinige Anfahrt wird man mit einem einmaligen Blick auf das Meer und den Strand belohnt. Im Hintergrund erkennt man außerdem noch den Gletscher.
Weiter ging es nach Skogar zum Wasserfall Skogarlandsfoss. Statt im edlen Hotelrestaurant sollte man hier bei "Mlas Countreygrill Fish and Chips" zuschlagen. Es ist zwar immer noch teurer als eine Imbissbude bei uns, schmeckt dafür aber umso besser und alles wird frisch zubereitet. Außerdem steht eine "Salztheke" mit mehreren Salzsorten bereit. Am besten schmeckt das Lavasalz. Wer sich das Salz mit nach Hause nehmen möchte, sollte aber lieber bis zum nächsten Supermarkt warten. In den typischen Tourifallen ist es nämlich bis zu 10 000 Kronen teurer.
Der Skogarlandsfoss ist wunderschön und man kann von unten direkt an den Wasserfall herantreten. Danach ist man aber sehr nass. Den weniger Wanderbegeisterten kann ich die 424 Stufen die nach oben führen allerdings nicht empfehlen. Anders als bei den anderen Wasserfällen in Island steht man hier lediglich auf einer Aussichtsplattform weit neben dem Wasserfall wobei der Blickwinkel weniger schön ist, als wenn man direkt von unten an den Koloss herantritt.
Weiter ging es zum Seiljalandsfoss. Hier konnte man hinter den Wasserfall treten. Dabei wird man noch nasser. Trotz rutschigem und steinigem Weg lohnt sich der Anblick allemal.
Am letzten Tag durfte natürlich der "Goldene Kreis" nahe Reykjavik nicht fehlen. Der aktive Geysir Strokkur und der "Goldene Wasserfall" Gulfoss rundeten unsere Reise ab. Hier waren dann auch der Hauptsaison entsprechend deutlich mehr Touristen anzutreffen.
Tipp: Auch wenn man Island im wärmsten Monat, dem August, besucht, sollte man auf keinen Fall auf Mütze, Schal, Handschuhe und Regenjacke verzichten. Ich selbst wäre ohne diesen Tipp vermutlich erfroren.
Dann ging es auch schon zurück nach Deutschland. Tschüss Island, bis hoffentlich ganz bald...