Ich habe Angst. Angst davor, verletzt zu werden. Angst davor, etwas falsch zu machen. Angst davor, nicht zu leben. Angst davor, nicht geliebt zu werden. Angst davor, nicht glücklich zu werden. Diese Angst lässt mich vorsichtig sein, lässt mich zurückhaltend sein, lässt mich nicht ich sein. Warum habe ich so große Angst, andere zu enttäuschen, sodass ich mich stattdessen selbst enttäusche? Warum kann ich nicht einfach ich selbst sein? Warum habe ich immer Angst, falsch zu sein? Ich wünschte, ich würde jemanden finden, der spürt, dass in mir noch so viel mehr steckt, und der dieses Mehr in mir sehen würde. Jemand, der mich lieben würde.
Ich habe Angst davor, nicht geliebt zu werden. Nie zu lieben.
Warum habe ich die Vorstellung, dass ich eines Tages meiner großen Liebe begegne, sie sehe und sofort weiß, dass sie es ist? Ich habe noch nie gehört, dass es das gibt. Dass die eine Liebe eines Tages vor einem stehen und alles gut werden wird. Aber irgendetwas in mir hofft es dennoch, glaubt so sehr daran, dass ich mich in niemanden verlieben kann. Weil es offensichtlich nicht sein soll. Noch nicht. Aber soll ich mein Leben lang darauf hoffen, dass ich irgendwann vollkommen sein werde? Was ist, wenn meine Vorstellung von Liebe einfach nur Quatsch ist? Was ist, wenn es die eine wahre Liebe gar nicht gibt? Es würde mir das Herz zerbrechen, wenn ich wüsste, dass da draußen nicht meine Liebe auf mich warten würde. Wofür lohnt es sich dann überhaupt zu leben?